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...über Olivenöl - Teil 1

Olivenöl, oft kopiert, nie erreicht.

Wir alle kennen es und die meisten von uns schätzen es wohl als eines der besten Öle, welches man in der Küche verwenden kann.

 

Olivenöl.

 

Meine Begeisterung für Olivenöl begann mit meinem ersten Besuch in einer Pizzeria, vor unzähligen Jahren.

Dort stand es auf den Tischen in einer dunkelgrünen Glaskaraffe, neben einer mir damals noch ebenso unbekannten Flüssigkeit, die sich im weiteren Verlauf des Abends als Aceto Balsamico vorstellte.

 

Meine erste Pizza war die klassische, also eine Margherita, ohne was drauf, dachte mir, kann man nichts mit falsch machen.

Dazu noch war es die billigste auf der Karte und im Taschengeldbudget war Pizza bislang nicht eingeplant.

 

Was mich aber damals wirklich fasziniert hat, war das Ritual des Kellners in der Pizzeria, als er die von mir bestellte Margherita zum Tisch brachte.

 

Er nahm die Karaffe mit dem grün-gelb-goldenen Olivenöl, und gekonnt, mit einer Sicherheit wie einst Gianluigi Buffon im Tor der italienischen Nationalmannschaft, ließ er aus großer Höhe Olivenöl auf die Pizza tropfen.

 

„Das machen wir immer so, Olivenöl ist meine Heimat – überall, egal wo ich bin“, sagte er dabei im härtesten Ruhrgebiest-Italienisch.

 


Essen ist immer auch Heimat

Wenn wir den aktuellen Statistiken glauben dürfen, kochen die meisten Deutschen regelmäßig mit Olivenöl.

 

Zur Verfeinerung im Salatdressing, auf der bereits erwähnten Pizza oder zum Klassiker der Sommerküche, Tomaten & Mozzarella – Olivenöl passt irgendwie immer.

 

Doch mein Verhältnis zum Olivenöl und dem Aceto Balsamico war, trotz dieses einprägsamen Erlebnisses in einer Bochumer Pizzeria in den 1970er Jahren, für lange Zeit gestört. "Kennse Eins, Kennse Alle", dachte ich.

 

Olivenöl gab es zu der Zeit bei uns zu Hause noch nicht und somit auch keine Gelegenheit, sich intensiver damit zu beschäftigen.

 

Erst viele Jahre später, nach einer Mini-Olivenöl-Verkostung auf einer Food-Messe in Düsseldorf, wurde mir klar, lange Zeit Olivenöl, das flüssige Gold Italiens, vernachlässigt zu haben.

 

 

Mittlerweile weiß ich etwas mehr um die Vielfalt des Olivenöls und wir haben in unserer Küche schon längst nicht mehr nur eine Sorte.


Der Kampf um den besten Pansch

Olivenöl ist heutzutage ein hochwertiges Massenprodukt geworden und gehört wohl auch deshalb leider zu den Lebensmitteln, die immer wieder in die Schlagzeilen geraten.

 

Italien bspw. exportiert schon lange sehr viel mehr Olivenöl als es selbst produzieren kann.

 

Und mit illegalen Methoden gibt es auch immer wieder, leider erfolgreiche Versuche, mit gepanschtem Olivenöl noch mehr Geld zu verdienen.

Als hochwertiges Produkt getarnt und verkauft, wird ein Naturprodukt gestreckt, verdünnt, gepfuscht und vermischt wie in den schlimmsten Drogenküchen. Der Schaden, der durch gepanschtes Olivenöl entsteht, geht mittlerweile in die Milliarden.

 

Und Lebensmittel-Pfusch passiert immer dann, wenn in der Lebensmittelindustrie ohne Rücksicht auf Verbraucherinteressen versucht wird, Qualitätsprodukte mit weniger Mitteln zu kopieren.

 

Natürlich ist es sehr verlockend, beim Einkauf die Wahl haben zu können zwischen 0,7 l Olivenöl nativ extra für €4,99 oder für €12,99, wobei selbst das noch günstig wäre.

 

Doch kann es günstiges Olivenöl nativ extra für 4,99 geben?

Schon vor ein paar Jahren gab es in der New York Times eine recht anschaubare grafische Aufarbeitung über die Fälschung von Olivenöl extra Vergin. Der Link ist immer noch aktiv und das Thema leider nach wie vor aktuell.

 

https://www.nytimes.com/interactive/2014/01/24/opinion/food-chains-extra-virgin-suicide.html

 

Kulinarische Handwerker bietet u.a. Olivenöl der Marke Libera Terra aus Sizilien an.

 

Diese Organisation mit Schwerpunkt in Sizilien, Apulien, Kalabrien baut ihre Bio-Produkte auf befreitem Mafialand an und unterstützt den Kampf gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Schwarzarbeit, um jungen Menschen einen Einstieg in legale Beschäftigung zu bieten.

 

Auch deshalb wird es Olivenöl und Aceto Balsamico in sehr guter Qualität auch immer im Sortiment der Kulinarischen Handwerker geben.

 

 

Im zweiten Teil über Olivenöl geht es dann um Irrtümer rund um das flüssige Gold.

 

 

Lasst es Euch immer gut schmecken!